Die CityPastoral in Rastatt wurde am 26. Juli 2008 eröffnet und steht unter dem besonderen Schutz der Heiligen dieses Tages: der heiligen Anna.
Anna war die Mutter von Maria, der Mutter Jesu, also die Großmutter des menschgewordenen Gottes. Aus zwei Gründen ist sie die Patronin der „Rast statt…“:
I Bei einer ( heiligen ) Großmutter können wir rasten, einen guten Rat bekommen, unser Herz ausschütten, einfach sein. Sie akzeptiert uns mit einer gewissen Gelassenheit so, wie wir sind, schenkt Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wenn sie aufgrund der unterschiedlichen Generation auch nicht alle Erfahrungen teilt, bemüht sie sich doch um ein gewisses Verstehen und empathisches Zuhören. Bei ihr befinden wir uns gewissermaßen in einem „transmoralischen Raum“, in dem erstmal nichts verurteilt wird. Manche „Großmütter“ halten einen großen Pott Kaffee oder Tee bereit, bieten Raum für Kinder und können sogar mit einer Telefonnummer oder einem „Rezept“ weiterhelfen. Wenn wir Glück haben, finden wir bei ihr auch ein kleines ( fairgehandeltes ) Geschenk. Und sie betet für uns!
II Die Übersetzung des Namens „Anna“ bedeutet „Gnade“. Gnade ist Geschenk, Zuwendung, Erbarmen, Wärme, Trost. All das möchte Gott den Menschen schenken – und dafür braucht er Menschen, die durchlässig für ihn sind. Menschen, die andere bedingungslos wahr- und annehmen, die sich von „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ berühren lassen. Menschen, die vielleicht auch den Mut haben, von der erfahrbaren Liebe Gottes zu sprechen und sich selber in menschlichen Begegnungen und göttlichen Momenten von ihr beschenken lassen.
„Heilige Anna, bitte für alle Menschen, die in der „Rast statt…“ ein und aus gehen, die dort arbeiten oder Rast suchen. Lass die Begegnungen gelingen und die Gnade Gottes spürbar werden. Amen.“
Wechselnde Meditationen und Impulse hier und auf dem Monitor im Schaufenster laden ein zum Innehalten und Verweilen:
Das ist der Gastfreundschaft tiefster Sinn,
dass einer dem anderen Rast gebe
auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause.
Romano Guardini
Schaufenster im Advent:
Wohin gehe ich? Was trägt mich? Wo möchte ich ankommen?
Kontakt, Hilfe oder Wissen…
Ob sie wohl Wärme für mich hat?
Geh ich durch die Stadt, seh ich Leben in Fülle!
Ist die echt, oder ist dies nur Hülle?
Einen neuen Laden gibt’s da am Eck!
Was hat der wohl für ’nen weiteren Zweck?
Gibt’s da Kontakt, Hilfe oder Wissen?
Mich regt’s an, ich such einfach, was ich vermisse.
In den Eckstein tret ich nun ein,
es gibt Info, Kunst und Gepa-Wein.
Zu einem Gespräch wird eingeladen,
Bei Tee oder Kaffee knüpft man den Faden.
Will ich Kontakt, Hilfe oder Wissen?
Diese Flagge muss ich jetzt hissen.
es passiert etwas, weil’s bei Gott jetzt feststeht.
Er lässt als Hirte sein Schaf nicht allein,
alles lädt hier zum Verweilen ein.
Ich muss mich also entscheiden, um weiteres Stehenbleiben zu vermeiden.
Es drängt mich zu Kontakt, Hilfe oder Wissen,
hilft es mir beim Heimat vermissen?
Hab ich das in mir angenommen, dann bin ich auch hier angekommen.
Es erfasst mich ein wenig Hoffnung und Mut.
Ich spüre Gott im Eckstein, hm, das ist gut…
Gedicht einer Besucherin im Advent 2008
Gemeinde
Bist du ein Haus,
das allen offen steht?
Ohne Ausweiskontrolle,
ohne Anmeldepflicht,
ohne den Herrschaftsanspruch
der Bauleute,
ohne Vorrechte
für die lange Behausten?
(Ist es nicht reicher Lohn
die Wände mit gefügt zu haben
und schon daheim zu sein?)
Verstehst du dich
als Heimat aller,
die noch Fremde sind
und suchen?
Rufst du sie ohne Vorbehalt
in deine Mitte?
Teilst du mit ihnen
das Brot deiner Liebe
und den Wein deiner Freude?
Lernst du ihre Hoffnung,
ihre Fantasie verstehen
und lässt du beides wachsen,
damit du selber wächst
und reicher wirst für viele?
Du musst dich immer wieder
fragen lassen;
du musst dich immer wieder
selber fragen
bis unter Menschen
keine Frage bleibt.
Du sollst kein Haus sein,
das sich schon vollendet glaubt.
Das Fundament allein
bleibt unveränderlich.
Du aber
musst bewahren und erneuern,
bis dir der liebende Vollender
in Seinen Mauern auf dem Horeb
für immer Bleibe gibt.
Christa Peikert-Flaspöhler, Stellenangebot